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Entwicklungszusammenarbeit und Humanitäre Hilfe

Deutsch-äthiopische Zusammenarbeit

Deutsch-äthiopische Zusammenarbeit, © Embassy Press Department

16.02.2018 - Artikel

Äthiopien und Deutschland arbeiten seit vielen Jahrzehnten zusammen. Äthiopien ist ein vielfältiges Land. Einerseits zählt Äthiopien weiterhin zu den ärmsten Ländern der Welt. Andererseits weist Äthiopien seit Jahren stabile Wachstumsraten auf, konnten die extreme Armut deutlich reduziert und viele weitere entwicklungspolitische Erfolge – vor allem in den Bereichen Bildung und Gesundheit - erreicht werden. Äthiopien ist auf gutem Weg, alle oder zumindest einen Großteil der Millenniumsentwicklungsziele (MDG) zu erreichen.

Deutschland unterstützt die positiven Entwicklungsimpulse im Rahmen der deutsch-äthiopischen Zusammenarbeit und für die Jahre 2011 bis 2014 hat Deutschland über 100 Mio. Euro für die entwicklungspolitische Zusammenarbeit bereitgestellt. Äthiopien gehört damit zu den wichtigsten Partnerländern Deutschlands in Afrika.In Absprache mit der äthiopischen Regierung und im Sinne einer effektiven Arbeitsteilung mit anderen Kooperationsländern konzentriert sich die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Äthiopien auf folgende Schwerpunkte:


Bildung

Als Voraussetzung für seine Entwicklung investiert Ähtiopien massiv in den Bildungssektor. In der Berufs- und der Hochschulbildung sind in den letzen Jahren die Zahlen der Auszubildenden, der Studierenden und der Ausbildungseinrichtungen sowie die Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften stark angestiegen. Berufsbildung, Berufsschullehrerausbildung, Hochschullehre und- Forschung erfolgen jedoch noch nicht qualitäts- und arbeitsmarktorientiert.

Unser Ziel ist es, die Kapazitäten und die Fähigkeiten zur Reformsteuerung zu stärken und Berufsschulen, Hochschulen und Prüfungzentren durch Investitionen zu unterstützen.

Wirkungen und Erfolge

  • Das Berufsbildungssystem Äthiopiens ist reformiert. Im Jahr 2012 sind rund 717.000 Schüler/innen an über 800 Berufsschulen eingeschrieben
  • Über 40 Berufsschulen und drei Universitäten sowie vier Prüfungszentren wurden mittels technischer Ausstattungen in die Lage versetzt, neue Aus- und Fortbildungsbereiche und eine bessere praktische Ausbildung anzubieten.
  • Hochschulcurricula wurden entwickelt und mehr als 500 Dozenten wurden in Hochschuldidaktik trainiert.

Landbewirtschaftung

Die ländliche Bevölkerung in den Hochlandregionen Äthiopiens ist dem Risiko der Ernährungsunsicherheit ausgesetzt. Ursachen sind insbesondere der hohe Bevölkerungsdruck auf fragile natürliche Ressourcen und unangepasste landwirtschaftliche Bewirtschaftungsmethoden. Das Resultat sind zurückgehende Erträge und abnehmende landwirtschaftliche Produktivität. Die deutsche EZ berät den äthiopischen Partner (von Bundes- bis zur lokalen Ebene) zu Boden- und Wasserkonservierung, landwirtschaftlichen Methoden, Einkommen schaffenden Maßnahmen entlang Wertschöpfungsketten und methodischen Ansätzen der partizipativen ländlichen Entwicklung. Zudem werden Investionen des Landwirtschaftsministerium in Wassereinzugsgebieten finanziert, u.a. um landwirtschafliche Nutzflächen zu rehabilitieren.

Wirkungen und Erfolge

  • Über 140.000 Hektar degradiertes Land wurde durch nachhaltige Praktiken der Landbewirtschaftung produktiv nutzbar gemacht.
  • Kleinbäuerlich genutzte Bewässerungsfläche ist gestiegen – die Nutzer haben dadurch Produktivitätszuwachs und höheres Einkommen erzielt.
  • 3 Millionen Äthiopier/innen profitieren von verbesserten städtischen Dienstleistungen, die städtische Armut reduziert.
  • Anstieg des Anteils der ländlichen Bevölkerung mit Zugang zu Trinkwasser in maximal 1,5 km Entfernung von 46 auf 71,3 Prozent.

Biodiversität

Erhalt und nachhaltige Nutzung von natürlichen Ressourcen

Äthiopien ist ein regionaler „hotspot“ für Biodiversität. Obwohl die äthiopischen Regierung dieses Potentional erkannt und bereits 14 % des Landes unter Schutz gestellt hat, ist Äthiopiens Biodiversität immer noch gefährdet. Die Vielfalt der Arten (Pflanzen wie Tiere) hat in den letzten Jahrzehnten dramatisch abgenomen, u. a. aufgrund des Klimawandels, Ansteig der Bevölkerung, Mangel an alternativen Lebensgrundlagen und konkurrierenden Formen der Landnutzung.

Die äthiopisch-deutsche Entwicklungszusammenarbeit konzentriert sich auf die Erhalung und nachhaltige Nutzung der Biodiversität. Zukünftige Projekte schließen die Unterstützung geschützter Zonen in Nationalparks, Unterstützung nationaler und grenzüberschreitender Biospherenreservate und Unterstützung der Arbeit des Äthiopischen Instituts für Biodiversität mit ein.

Weitere Kooperationsfelder

  •     Nationale Qualitätsinfrastruktur
  •     Stadtentwicklung und Dezentralisierung (UGDP)
  •     Ziviler Friedensdienst
  •     Energy Coordination Office (ECO)
  •     Stärkung des Saatgutsektors
  •     Landwirtschaftliches Weiterbildungszentrum
  •     Agrardialog
  •     Klimapolitik

NGOs in Äthiopien

Über die staatliche Zusammenarbeit hinaus fördert die deutsche Bundesegierung ergänzend Projekte von Nichtregierungsorganisationen, kirchlichen Trägern und politischen Stiftungen mit Schwerpunkten in der ländlichen Entwicklung, Gesundheit, Wasserversorgung und Bildung sowie Entwicklungspartnerschaften mit der Wirtschaft. Die Verantwortung für die Umsetzung dieser Projekte liegt in der alleinigen Verantwortung dieser nichtstaatlichen Organisationen. Obwohl sie Zuwendungen der Bundesregierung erhalten, bleiben sie unabhängig.

Deutsche Nichtregierungsorganisationen, die in Äthiopien tätig werden, unterliegen der äthiopischen Gesetzgebung und müssen sich bei der zuständigen Behörde registrieren. Das 2009 in Kraft getretene Gesetz ist restriktiv und viele NRO haben Schwierigkeiten, die rechtlichen Anforderungen zu erfüllen.

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