Willkommen auf den Seiten des Auswärtigen Amts

Informationen zur Geburt eines Kindes

10.02.2021 - Artikel

Geburt eines Kindes in Äthiopien

(Stand: März 2017)


 Alle Angaben dieses Merkblattes beruhen auf den Erkenntnissen und Erfahrungen der Botschaft zum Zeitpunkt der Abfassung des Merkblatts. Für die Vollständigkeit und Richtigkeit, insbesondere wegen zwischenzeitlich eingetretener Veränderungen, kann keine Gewähr übernommen werden.

Die nachstehenden Informationen dienen nur der ersten Orientierung und sind nicht abschließend. Es wird empfohlen, konkrete Einzelfragen mit der deutschen Auslandsvertretung zu klären.

Staatsangehörigkeit

Ein während einer bestehenden Ehe geborenes Kind eines deutschen Elternteils erwirbt durch die Geburt automatisch die deutsche Staatsangehörigkeit. Dieser Automatismus tritt von Gesetzes wegen ein; einer speziellen Registrierung oder Anmeldung bedarf es nicht.

Sofern ein Elternteil die deutsche und ein Elternteil die äthiopische Staatsangehörigkeit besitzt, erwirbt das Kind beide Staatsangehörigkeiten. Das äthiopische Staatsangehörigkeitsrecht sieht eine Mehrstaatigkeit nicht vor, so dass sich das Kind mit 18 Jahren für die deutsche oder die äthiopische Staatsangehörigkeit entscheiden muss: Will es die äthiopische Staatsangehörigkeit behalten, muss es auf die deutsche Staatsangehörigkeit verzichten. Will es die deutsche Staatsangehörigkeit behalten, verliert es die äthiopische Staatsangehörigkeit mit Volljährigkeit.

Hat ein Elternteil die deutsche und ein Elternteil eine sonstige Staatsangehörigkeit, erwirbt das Kind neben der deutschen Staatsangehörigkeit u.U. auch diese. Ob dies der Fall ist, muss bei der Auslandsvertretung des jeweiligen Staates erfragt werden.

Sind die Eltern bei der Geburt des Kindes nicht miteinander verheiratet, erwirbt das Kind die deutsche Staatsangehörigkeit in jedem Fall, wenn die Mutter Deutsche ist. Ist der Vater Deutscher, muss zunächst geprüft werden, ob eine nach deutschem Recht wirksame Vaterschaftsanerkennung vorliegt. Wenn die Geburt durch einen äthiopischen Standesbeamten beurkundet wurde, liegt mangels Zustimmung der Mutter keine nach deutschem Recht wirksame Vaterschaftsanerkennung vor. In diesem Fall ist die Beurkundung der Vaterschaftsanerkennung und die Zustimmung der Mutter durch die Botschaft oder durch das Standesamt oder Jugendamt in Deutschland erforderlich.

Familienname

Führen die Eltern einen gemeinsamen Familiennamen (Ehenamen) nach deutschem Recht, erhält das Kind diesen Namen automatisch als seinen Geburtsnamen.

Führen die Eltern keinen gemeinsamen Namen, sei es, weil sie einen solchen bei der Eheschließung nicht bestimmt haben, sei es, weil sie nicht miteinander verheiratet sind, und steht ihnen die Sorge gemeinsam zu, müssen sie für den deutschen Rechtsraum eine Namenserklärung abgeben. Die Namenserklärung ist regelmäßig dann erforderlich, wenn für das Kind ein deutsches Ausweispapier

(Reisepass oder Kinderreisepass) beantragt wird. Sie kann aber auch im Rahmen einer Geburtsanzeige (s. unten) abgegeben werden.

Hat das Kind ausschließlich die deutsche Staatsangehörigkeit, können die Eltern den zum Zeitpunkt der Geburt geführten Namen des Vaters oder den Namen der Mutter zum Geburtsnamen bestimmen.

Haben die Eltern unterschiedliche Staatsangehörigkeiten, können sie bestimmen, welche Rechtsordnung für die Namensführung ihres Kindes maßgeblich sein soll. Dies bedeutet, dass für das Kind eines äthiopischen Elternteils die Anwendung des äthiopischen Rechts bestimmt werden kann mit der Folge, dass das Kind einen Namen führt, der sich aus Familienname (Name des Großvaters), Vorname und Vatersname zusammensetzt.

Es wird darauf hingewiesen, dass für die Abgabe einer Namenserklärung wegen der damit einhergehenden Unterschriftsbeglaubigung regelmäßig die persönliche Vorsprache der Eltern erforderlich ist.

Beurkundung der Geburt in Deutschland

Die Geburt eines deutschen Kindes kann - muss aber nicht – bei dem zuständigen Standesamt in Deutschland nachbeurkundet werden. Hat ein Elternteil seinen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland, ist das dortige Standesamt für die Beurkundung des Antrags zuständig. Hilfsweise nimmt das Standesamt I in Berlin den Antrag entgegen. Der Antrag auf Nachbeurkundung der Geburt ist an keine Frist gebunden. Für die Nachbeurkundung der Geburt erheben die Standesämter Gebühren und Auslagen nach den landesrechtlichen Vorschriften. Für das Land Berlin muss mit einer Gebühr von mind. ca. 80.- Euro gerechnet werden.

Folgende Unterlagen sind i. d. R. vorzulegen:


- internationale Geburtsurkunde des Kindes
- beglaubigte Abschrift aus dem Familienbuch oder Heiratsurkunde; bei Eheschließung 
   der Eltern im Ausland zusätzlich die Geburtsurkunde der Mutter und die
   Geburtsurkunde des Vaters

- Wohnsitzbescheinigung der Eltern (bei Wohnsitz in Deutschland)

- äthiopische Aufenthaltsgenehmigung und/oder von der Kebele ausgestellter Ausweis
   der Eltern (bei gewöhnlichem Aufenthalt in Äthiopien)

- Reisepass oder Personalausweis der Mutter und des Vaters
- ggf. Staatsangehörigkeitsausweis der Mutter bzw. des Vaters

Für ein Kind von nicht miteinander verheirateten Eltern sind zusätzlich Nachweise zur Vaterschaftsanerkennung (Urkunde über die Anerkennung der Vaterschaft mit Zustimmung, ggf. vollständiger Auszug aus dem Geburtsregister mit beglaubigter Übersetzung oder sonstiger Nachweis über die Anerkennung der Vaterschaft) zu erbringen.

Ob und ggf. welche weiteren Unterlagen vorzulegen sind, erfragen Sie im Einzelfall bitte direkt im Konsularreferat der Botschaft.

nach oben